4. Juli 2022 / Good Vibes

Floß Ahoi!

Brüder-Grimm-Kinder schippern mit selbstgebautem Floß auf der Ems

Auf diesen Tag haben die 14 Drittklässler der Brüder-Grimm-Schule lange hingearbeitet: Endlich wird das selbst gebaute Floß in der Ems zu Wasser gelassen. Vorsichtig und etwas aufgeregt besteigen die ersten vier Schüler:innen das Floß. Jedes Kind platziert sich an eine Ecke, damit es keine Schlagseite gibt. Dann startet die Flusspartie.

Seit September 2021 hat Michael Venker (Lern- und Entwicklungsbeleiter der Burckhard Kramer Stiftung an der Brüder-Grimm-Schule) mit drei Gruppen von Drittklässlern an der Realisierung der „seetauglichen“ Floße gearbeitet.

Zunächst informierten sich die Kinder im Internet über Floße, entwickelten und zeichneten im Anschluss eigene Ideen für den Bau des Wasserfahrzeugs. Neben dem Bau von kleinen Floßmodellen aus Weide und Haselstöcken, die anschließend auf den Eusternbach zur Probefahrt kamen, gingen die Planungen für die großen Floße weiter. Es mussten Fragen geklärt werden wie: Welches Material benötigen wir? Wer kann es besorgen oder leihen? Welche Schwierigkeiten sind zu erwarten? Müssen wir jemanden um Erlaubnis fragen? Wie viele Kanister benötigen wir für ein Kind?

Im Frühjahr ging es dann an die Umsetzung der Pläne. Material wie Holzpaletten, Kanister, dünne Holzstämme, Gurte und Schrauben mussten besorgt werden. Dabei wurden die Werkgruppen vor allem durch die Eltern unterstützt. Anschließend ging es ans Zerlegen von Holzpaletten mit Hammer, Stecheisen, Kneifzange und Kuhfuß. Neue Löcher zur Verbindung der Paletten wurden gebohrt. Es musste Naturholz passend mit der Handsäge gesägt werden. Bretter für die Paddel wurden zusammengeschraubt.

„Wir hatten viel Spaß beim Bau der Floße. Vor allem aber haben die Kinder ganz nebenbei gerechnet, gemessen, physikalische Probleme gelöst und handwerkliche Kompetenzen entwickelt“, erzählt Michael Venker und ergänzt: „Einige Kinder, die im Unterricht Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren, waren beim Bau der Floße mit großer Ausdauer und Geschicklichkeit dabei.“

Am Ende sind drei Floße mit den drei verschiedenen Gruppen als Gemeinschaftsprojekt entstanden. Als das erste Floß mit den Kindern die Ems entlang schippert, stehen die Eltern beinahe etwas neidisch am Ufer und beobachten das Ergebnis dieses außergewöhnlichen Schulprojektes, das durch die enge Kooperation mit der Burckhard Kramer Stiftung ermöglicht wurde. Nach den Sommerferien zieht eine letzte Gruppe von Kindern die vom Kanuverein geliehenen Schwimmwesten an, um nach all der Arbeit stolz die Floßfahrt zu genießen.

Quelle: Burckhard Kramer Stiftung

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