Wenn beim Deutschen Roten Kreuz in Rheda-Wiedenbrück Bilanz gezogen wird, fällt ein Wort besonders oft: Stolz. Stolz auf Menschen, die ihre Freizeit opfern, um anderen zu helfen. Stolz auf ein Team, das zusammensteht. Und stolz auf ein Jahr, das zeigt, wie unverzichtbar Ehrenamtliche für die Sicherheit in der Region sind. Am Internationalen Tag des Ehrenamts rückt der Ortsverein die Leistungen seiner freiwilligen Helferinnen und Helfer deshalb bewusst ins Rampenlicht.
Elf Einsätze haben die Ehrenamtlichen der Bereitschaft im vergangenen Jahr gefahren – von größeren Unfällen oder Bränden bis hin zu Unterstützungslagen im Stadtgebiet. Der Verpflegungsdienst rückte zusätzlich zweimal aus, um die Feuerwehr bei Großereignissen zu versorgen, insbesondere dann, wenn Einsätze stundenlang dauerten. Hinzu kamen 63 Sanitätsdienste auf Veranstaltungen im Stadtgebiet. Insgesamt sammelten sich so rund 6.000 Helferstunden an. „Eine beeindruckende Zahl, wenn man bedenkt, dass all das neben Beruf, Studium oder Familie geleistet wird“, betont Rotkreuzleiter Jannik Rolf. Seine Kollegin Rebecca Grote unterstreicht: „Unser Dank gilt aber nicht nur unseren Mitgliedern, sondern auch deren Familien und Kollegen. Es ist nicht selbstverständlich, unseren Einsatzkräften so stark den Rücken zu stärken, wie wir es erleben!“ Nur gemeinsam sei es möglich, als so starker Teil des Katastrophenschutzes zu agieren.
Warum Menschen sich dieses Engagement zumuten? Die Antworten sind unterschiedlich – und doch ähnlich. Einige möchten der Gesellschaft etwas zurückgeben, andere suchen neue Herausforderungen. Und wieder andere erleben, wie sie im Ehrenamt über sich hinauswachsen. Peter Werz, Mitglied seit fast 40 Jahren, bringt es auf den Punkt: „Indem man Menschen hilft, lernt man, was alles in einem steckt.“ Sein Sohn Yanneck erbte die Begeisterung: „Ich bin im Roten Kreuz aufgewachsen, für mich ist die Gemeinschaft wie eine Familie!“ Besonders stolz ist der Ortsverein auf den Zusammenhalt. „Wir sind ein starkes Team und halten zusammen – das motiviert“, so Grote.
Die Rotkreuzleitung freut sich deshalb umso mehr über neue Gesichter im Team. Dass die Bereitschaft in diesem Jahr wuchs, liege auch an neuen Ausbildungsangeboten. Der kürzlich eingeführte Katastrophenschutzhelfer-Lehrgang, ein kompakter Einstiegskurs in Bereiche wie Erste Hilfe, Betreuungsdienst und Einsatzgrundlagen, hat im vergangenen Jahr mehrere neue Mitglieder hervorgebracht. „Der Kurs eignet sich für Menschen, die sich schnell einen Überblick verschaffen möchten, ohne sich direkt festzulegen“, erklärt Rolf. Viele der Teilnehmenden seien mittlerweile fester Bestandteil der Bereitschaft und bereits aktiv im Einsatzdienst.
Allgemein seien die Aufgaben des DRK in Rheda-Wiedenbrück inzwischen breit gefächert. „Für jeden gibt es eine passende Aufgabe“, heißt es aus der Rotkreuzleitung. „Und jeder Beitrag zählt.“ So begeistern sich viele Helferinnen und Helfer besonders für die medizinische Ausbildung und entsprechende Einsätze. Andere finden ihre Leidenschaft im Betreuungsdienst und der Psychosozialen Notfallversorgung. Grote, die auch selbst Betreuungshelfer ausbildet, erklärt: „Wenn es zum Beispiel zu einer Evakuierung kommt und Menschen ihre Wohnungen verlassen müssen, ist ein sicherer Ort, vielleicht eine warme Suppe und ein offenes Ohr Gold wert.“
Zum Internationalen Tag des Ehrenamts nutzt das DRK Rheda-Wiedenbrück die Gelegenheit, allen Freiwilligen Danke zu sagen – und wirbt zugleich um Verstärkung. „Wer Teil einer starken Gemeinschaft werden möchte, ist jederzeit willkommen“, betont der Ortsverein. „Oft genügt ein einziger Dienstabend, um zu merken: Das ist genau das Richtige für mich.“
Ein besonderes Highlight aus dem Jahr 2025: der Besuch des Seenotrettungskreuzers in Grömitz an der Ostsee. Bild: DRK Rheda-Wiedenbrück (von links nach rechts: Stefan Clasmeier, Sarah Ortkras, Rebecca King, Nils König, Peter Werz, Lina Bazijanec, Max Heimeier, Merlin König, Rebecca Grote, Kerstin Herrmann, Dominik Götze, Hendrik Eckert, Yanneck Werz, Elena Pillich, Timo Sawatzki, Jannik Rolf, Pia Hartmann, Sophie Buhl, Michael Rolf)

