»Nach der Veröffentlichung der vatikanischen Glaubenskongregation zum Verbot der Segnung homosexueller Paare kam ich nicht umhin mir ein paar Fragen zu stellen«, schreibt Anna Sophie Sandhäger in einem Brief an den Pfarrgemeinderat St. Vit. Ihr Anliegen wird von mehreren jungen Christen mitunterzeichnet. Gemeinsam fragen sie: »Worauf basiert mein Glaube?«, »Was hält mich in dieser (meiner?) Kirche?« und antworten u.a. »Ich glaube an die Liebe Gottes und die Liebe der Menschen. Ich glaube an diese Kirche, weil sie die Liebe predigt und Menschen zusammenbringt... an eine Gemeinschaft die eins in Liebe, Glaube und Hoffnung ist und dass diese Einheit auch Verschiedenheit bedeutet… Jetzt muss ich feststellen, dass gerade diese Kirche in der oben genannten Veröffentlichung mit ihrem Selbstverständnis bricht. »Gott liebt jeden Menschen. Und gleiches tut auch die Kirche.« Werden aber homosexuelle Beziehungen durch die Verweigerung ihrer Segnung abgelehnt, diese offen als Sünde bezeichnet, lehnt man damit Homosexuelle ab.
Die Unterzeichner des Briefes wollen zeigen, dass »nicht alle mit dem einverstanden sind, was in dem Schreiben der vatikanischen Glaubenskongregation steht.« Kein Akt des Protestes sei ein Akt der Unterstützung des Verbots. Mit dem Hissen der Regenbogenfahne machen die jungen Christen ihre Position sichtbar. »Es ist unerlässlich sich in dieser Diskussion eindeutig zu positionieren!«, schreiben sie.
Wer immer diese Aktion unterstützen möchte, ist von den Unterzeichnern aufgerufen, den Brief an möglichst viele weitere Personen weiterzuleiten, zu kopieren…bis er dort ankommt wo er ankommen soll und muss.
Für den Pfarrgemeinderat antworten Ursula Sandhäger und Rüdiger Flocke: »Ein Regenbogen…für Dich, für mich, für Alle! Weil Liebe keine Sünde ist, weil wir Diskriminierungen jeder Art ablehnen, weil wir unsere Solidarität für alle, die von der vatikanischen Glaubenskongregation verletzt wurden leben und zeigen. Gern kommen wir mit Euch/Ihnen ins Gespräch.«
Wer gerne mit den Initiatorinnen der Fahnenaktion in Kontakt treten möchte, kann dieses über E-Mail tun: a.sandhaeger@gmail.com
Quelle: Stadtgespräch

